Heute mit etwas weniger Kopfweh aufgestanden, stattdessen Schluckbeschwerden. Vermutlich, weil ich gestern bei der Präsentation vorne unter der Klimaanlage gestanden habe. Aber Tee hilft und viel Tee noch mehr.

Um 9 mache ich mich auf den Weg zur Uni, er dauert nur fünf Minuten, und ich begebe mich in das Lehrstuhl-Zimmer von Herrn Sanakulov. Wir machen einen kleinen Rundgang, er erklärt mir das große Wandgemälde mit allen Gelehrten der usbekischen Vergangenheit (z.B. Avicenna *980 n. Chr. in Buchara) bis zu den Gründern der modernen usbekischen Pädagogik. Viele dieser letzteren seien in der Sowjetzeit unter Stalin verschwunden.

Um halb zwei bin ich dran mit dem Themenkomplex „Sprachwandel“ (Teil 1 von 3) mit Übungen. Der Raum ist wieder voll, über 30 Anwesende, davon 7 vom Lehrstuhl Deutsch. Es geht gut, wobei ich schon merke, dass die hinteren Reihen abhängen.
Problematisch wird die Planung für den Workshop am nächsten Tag. Mein Wunsch nach Moderationskoffer, Flipcharts, Stiften usw. bereitet Kopfzerbrechen, einen Koffer gibt es nicht, aber die entsprechenden Materialien, Flipchart gibt es nicht, aber Papierbögen usw. Zamira verspricht Lösungen.

Um vier mache ich mich auf den Weg zu einer Bank, ich will das alleine machen, lasse mir den Weg erklären, finde aber nichts, was wie eine Bank aussieht. Das ist schade, denn mein Geld reicht nicht weit, das Taschengeld lässt auf sich warten. Trotzdem muss ich noch ein bisschen Verpflegung für den Abend und den nächsten Morgen besorgen: Bananen und Trauben für meine letzten Sum (oder Sumse?).

Um halb sieben klopft es an der Tür und ich werde zum gemeinsamen Essen in der Wohnheimküche eingeladen. Die vier Heidelberger Praktikant*innen sind da sehr inter-aktiv. Ich konnte auch gleich meine Bananen, Trauben, Nüsse und Rosinen zu einem Obstsalat verarbeiten und bekam dafür frische Teigtaschen gefüllt mit Hackfleisch oder Gemüse (‚manty‘) zu essen. Um zehn Uhr war fast alles gegessen, gespült und weggeräumt – zur obligatorischen „Wohnheim-Nachtruhe“.