
Askar kennt einen – wie er sagt – ‚ruhigeren‘ Taxifahrer, den er gestern kontaktiert hat. Der fährt aber erst los, wenn er vier Personen im Auto hat. Dann will er sich melden und es kann losgehen. Bis 11 Uhr hat er keine vierte Person gefunden und wir warten weiter. Schließlich schlage ich vor, dass wir – genauer ich – die vierte Person bezahlen und bieten 200 000 Som dafür und der Deal war gemacht. Später stellte sich heraus, dass der Fahrer in Termiz wohnt und zum 1. Geburtstag seine fünften Kindes sowieso nach Hause gefahren wäre.
Zur Info: Die Fahrt kostet eine halbe Million Som pro Person, Hin- und Rückfahrt zusammengenommen (~ 40 Euro).
Gegen 12 Uhr wurden wir dann abgeholt, aber es ging noch nicht gleich ’nach Hause‘. Wir mussten nämlich noch eine Einladung aufs Land abarbeiten.

Und das kam so: Stefan, der zweite Herr von links, ist Koch und für den SES schon länger unterwegs, jetzt eben mal in Usbekistan. Sein Dolmetscher und Gastgeber sitzt vor ihm, der hatte uns gestern schon zum Essen eingeladen, aber wir waren nicht so glücklich über das Timing und wollten uns drücken. Das ging dann nicht, also nahmen wir uns wenigstens vor, es kurz zu machen. Es wurde reichlich aufgetischt, vor allem Wodka und Wein, dem man sich kaum entziehen konnte.
Neben mir sitzt Askar und vorne rechts sitzt unser Fahrer und er saß mehr oder weniger auf Kohlen, denn er musste ja noch 8 bis 9 Stunden Auto fahren. Wir schafften es schließlich, uns den Abschiedsworten und Umarmungen unseres sehr angeheiterten Gastgebers zu entziehen, fuhren gegen 14 Uhr ab und waren endlich on the road.
Die Rückfahrt dauerte bis halb 10 für mich, die beiden anderen fuhren weiter in die Stadt, ich schleppte mich in mein Zimmer und war ‚zuhause‘.
Durch die Wüste im abendlichen Wüstenrot.